Weintipps für die kühle Jahreszeit - ein Interview mit Eva Lanzerath


Die 22-jährige Walporzheimerin war als 72. Deutsche Weinkönigin von 2020 bis 2021 die Repräsentantin des deutschen Weines im In- und Ausland. Wenn das Jahr langsam zur Neige geht, viele Feiertage ihre Schatten vorauswerfen und die Wintermonate beginnen, sind ein paar Weintipps von Eva für die kühlen Tage genau richtig.

Frage: Erzähl uns ein bisschen von dir: Wie kommt es, dass du dich als Weinkönigin beworben hast? Wie ist dein Hintergrund zum Wein und Weingenuss?

Antwort: Ich selber bin in den Weinbergen groß geworden. Schon als Kind haben mich meine Großeltern immer mit in den Weinberg genommen und so hat sich die Leidenschaft schon früh entwickelt. Das Weinfest in meiner Heimatgemeinde gehörte somit zu den wichtigsten Tagen im Jahr und für mich war immer klar, dass auch ich einmal Weinkönigin werden möchte, genau wie meine Mutter und Schwester. Nachdem ich dann ein Jahr lang Ortsweinkönigin war, wurde ich dann zur Ahrweinkönigin gewählt und durfte ein Jahr lang die Ahr repräsentieren.

Und dann kam der Höhepunkt. Schon als Kind träumte ich davon, einmal bei der Wahl zur Deutschen Weinkönigin mitzumachen. Und dieser Traum hat sich in diesem Jahr erfüllt. Dass ich dann zum Schluss sogar die Krone der Deutschen Weinkönigin tragen darf, damit habe ich nie gerechnet und bin daher umso glücklicher und dankbarer, dass ich die Chance bekomme ein Jahr lang die Deutschen Weine und unsere Weinerzeuger zu repräsentieren. Die Liebe zum Weinberg bleibt neben meinem Grundschullehramt-Studium immer erhalten und so werde ich auch in Zukunft, so oft es geht, im eigenen Weinberg stehen.

72. Deutsche Weinkönigin Eva Lanzerath

72. Deutsche Weinkönigin Eva Lanzerath (2020/21) aus Walporzheim, Ahrtal

Frage: Die Tage werden kürzer und die Zeit vorm Kamin oder auf dem kuscheligen Sofa lockt. Welchen Wein empfiehlst du für den entspannten Abend zu Hause?

Antwort: Gerade in den Wintermonaten empfehle ich gerne einen schönen kräftigen Spätburgunder. Wenn man lieber kräftigere Rotweine mag, passt auch ein Lemberger sehr gut zu einem gemütlichen Abend vor dem Kamin. Weißweinliebhabern würde ich einen Chardonnay oder Weißburgunder aus dem Barriquefass empfehlen.

Frage: Als Weinkönigin von der Ahr bist du ja sicher bestens gewappnet, was dein Rotweinwissen anbelangt, aber wie schaut es denn mit Weißweinen aus? Man sagt ja immer, dass zu rotem Fleisch und Schmorgerichten Rotwein passt. Ist das wirklich so oder kann ein herzhaftes Fleischgericht auch von einem Weißwein begleitet werden? Was empfiehlst du?

Antwort: Natürlich sind kräftige Spätburgunder in der Regel eine gute Empfehlung zu Schmorgerichten. Die fruchtigen Aromen und die feinen Tannine harmonieren hier sehr gut mit dem Fleisch. Aber es ist in erster Linie die Soße, die bestimmend für die Weinauswahl zum Essen ist. Bei hellen Soßen passt auch ein gehaltvoller Weißwein, wie etwa ein Grauburgunder. Zu fruchtigen Saucen mit Preiselbeeren zum Wild ist ein gereifter Riesling, der gerne auch etwas Restsüße mitbringen darf, ein ganz besonderes Erlebnis.

Frage: Natürlich gibt es auch tolle fleischlose Gerichte, die den Herbst einläuten. Sei es Kürbis, Marone oder Pfifferling – die Speisekarte lässt sich mit vielen tollen Produkten aufmotzen. Was ist denn dein vegetarisches Lieblingsgericht für den Herbst? Und welchen Wein trinkst du dazu?

Antwort: Ich liebe Pfifferlingsrisotto und trinke dazu gerne einen Silvaner z.B. aus Franken oder Rheinhessen – möglichst frisch mit dezenter Säure und kräftiger Basis. Außerdem mag ich vegetarischen Döppekuchen mit Pflaumen. Den kombiniere ich dann mit einer Burgunderrebsorte, egal ob rot oder weiß, je nachdem was ich gerade da habe. Der Wein sollte aber schon etwas kräftiger sein.

Frage: Hast du einen Tipp, worauf man achten sollte bei der Weinauswahl für sein Festtagsmenü?

Antwort: Zu besonderen Anlässen sollte man zu jedem einzelnen Gang einen passenden Wein wählen. Das macht den Genuss noch vielfältiger und führt auch immer zu spannenden Gesprächen am Tisch. Schließlich hat jeder Mensch ja einen individuellen Geschmack, der letztendlich zählt.

Außerdem sollte der Wein mit dem Gericht harmonieren und es nicht geschmacklich überdecken. Grundsätzlich gilt, je gehaltvoller das Essen bzw. die Soße, desto kräftiger darf der Wein sein. Bei scharf gewürzten Gerichten kann man sagen: je schärfer das Essen, desto süßer der Wein.

Moderne Vinothek in Ingelheim, Rheinhessen

Weinprobe in einer modernen Vinothek in Ingelheim, Rheinhessen

Frage: Auch die prickelnden Freuden dürfen an den Festtagen natürlich nicht fehlen. Muss es dabei immer Champagner sein, um festlich anzustoßen?

Antwort: Wir haben hierzulande so viele tolle Sekte und insbesondere die Winzersekte sind für mich oftmals völlig unterschätzt. Ein Winzersekt ist etwas ganz individuelles, in dem die eigene Handschrift des Winzers drin ist. In jeder Flasche steckt etwas Besonderes, eine positive Überraschung, genau das, was man sich an den Feiertagen wünscht. Außerdem passt ein Winzersekt hervorragend zu vielen Speisen.

Liebe Eva, das sind wirklich viele tolle Tipps. Vielen Dank, dass du dein Expertenwissen mit uns teilst, so gewappnet kann die Vorfreude auf die Feiertage beginnen.

Alles Gute für dich und bleib gesund!

Pfälzer Saumagen mit Keschde in Hauenstein, Pfalz

Kulinarische Pfälzer Spezialität: Saumagen mit Keschde (Ess-Kastanie) in Hauenstein, Pfalz

Paar im Weingut

Umfangreiches Weinsortiment im Weingut

Zur Person:

Die Walporzheimerin, die sich selbst als weltoffen, lebensfroh und ehrgeizig beschreibt, geht mit viel positiver Energie gemäß ihrem Lebensmotto "Träume nicht dein Leben, sondern lebe deinen Traum" durchs Leben. Eva Lanzerath ist 22 Jahre alt und absolviert aktuell ein Bachelorstudium auf Grundschullehramt in Koblenz. Sie ist vielseitig aktiv: wenn sie nicht gerade kletternd in großen Höhen unterwegs ist, trifft man sie joggend im Weinberg, auf Wandertour, auf dem Tennisplatz, beim Gardetanz oder auf Reisen. Ob bei Seniorenveranstaltungen oder der Organisation von Festivitäten - die 22-Jährige engagiert sich vielfach sozial im Ort, dabei liegt ihr die Arbeit mit Kindern besonders am Herzen.

Im Auftrag des Deutschen Weininstituts (DWI) war sie von 2020 bis 2021 als 72. Deutsche Weinkönigin ein Jahr lang unterwegs. Neben den im Normalfall über 200 Terminen im In- und Ausland waren sie und die beiden Deutschen Weinprinzessinnen Anna-Maria Löffler und Eva Müller auch über die Social Media-Kanäle als Botschafterinnen für die Weine deutscher Herkunft aktiv.

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