Kleine Städte mit großem Charme


Verwinkelte Gassen, Fachwerkhäuser, gemütliche Wirtshäuser und Läden, die noch vom Inhaber geführt werden: Kleinstädte haben ihren ganz eigenen Reiz. Für viele Besucher sind sie eine Entdeckung, unbekannte Ziele, die man bisher gar nicht auf dem Reiseplan hatte. Viele von ihnen haben ihr historisches Ortsbild bewahrt. Liegen in verträumten Ecken des Landes, in denen das Leben etwas ruhiger verläuft. Eingebettet in eine Landschaft, die sie malerisch umrahmt. Mit Menschen, die sich noch kennen und gerne auch mit Gästen ins Gespräch kommen.

In Rheinland-Pfalz gibt es viele solcher Kleinstadtperlen. Meisenheim an der Glan zum Beispiel. Sämtliche Kriege und Feuersbrünste sind an der 2800-Einwohner-Gemeinde vorbeigegangen. Mit der Folge, dass sich eine Vielzahl von Fachwerkgebäuden aus dem Mittelalter erhalten hat.

Überragt wird die Kleinstadt von der Schlosskirche, einem imposanten dreischiffigen Hallenbau, den man so hier nicht vermutet hätte. Auch die geschichtsträchtigen Adelshöfe verblüffen, der über 800 Jahre alte „Boos von Waldecksche Hof“ ist heute ein beliebter Veranstaltungsort.

Die Anfänge von Kirchberg im Hunsrück reichen bis in die Zeit der Römer zurück. Bereits der Gelehrte Ausonius erwähnt in seiner Reisebeschreibung „Mosella“ 368 n. Chr. eine Straßenstation namens Dumnissus. Die Replik eines römischen Meilensteins erinnert an diese Anfänge.

Eine Vielzahl von Epochen spiegelt sich im Erscheinungsbild der ältesten Stadt im Hunsrück wieder. Zu den Besonderheiten der Kleinstadt gehört auch, dass hier der Fahrradpionier Karl von Drais vier Jahre lang lebte. Eine Ausstellung historischer Räder im Heimathaus ist ihm gewidmet.

Innenraum der Schlosskirche Meisenheim, Nahe

Innenraum der spätgotischen Schlosskirche in Meisenheim, Nahe

Eine andere bedeutende Persönlichkeit hat in Oppenheim am Rhein Station gemacht. Der Reformator Martin Luther übernachtete hier 1521 vor dem Reichstag in Worms, wo er den berühmten Satz gesagt haben soll: „Hier stehe ich und kann nicht anders.“ Die große Katharinenkirche ist bis heute das Wahrzeichen Oppenheims. Sie überragt die von Weinbergen umgebene mittelalterliche Stadt, die auch unter der Erde Erstaunliches zu bieten hat: Vor rund 35 Jahren wurde in Oppenheim ein Kellerlabyrinth entdeckt, das aus der großen Zeit der Kaufleute stammt.  Die hatten Lagerplatz gebraucht und ihn unter der Oberfläche gefunden. Zufällig wiederentdeckt wurde das lange vergessene Labyrinth, weil 1986 plötzlich ein Polizeiauto im Boden versank.

Katharinenkirche in Oppenheim, Rheinhessen

Katharinenkirche in Oppenheim mit der "Oppenheimer Rose" (Fenster), Rheinhessen

Kellerlabyrinth Oppenheim, Rheinhessen

"Die Stadt unter der Stadt": Unterirdisches Kellerlabyrinth von Oppenheim, Rheinhessen

Ziemlich gut betucht waren sie einst in Monreal in der Eifel. Viele der schmucken Fachwerkhäuser gehen auf die reichen Tuchmacher zurück. Heute zieht das pittoreske Dorf im Tal der Elz viele Künstler und Kunsthandwerker an, die Gäste gerne in ihre Ausstellungsräume blicken lassen. Zu den reizvollen Seiten von Monreal gehören auch die beiden Burgen, die über dem Ort thronen. Zu den romantischen Ruinen der Löwen- und Philippsburg führen aussichtsreiche Wanderwege: der Traumpfad „Monrealer Ritterschlag“ und der Karbachtalweg.

Ruinen der Löwen- und Philippsburg in Monreal, Eifel

Blick auf die Ruinen der Löwen- und Philippsburg in Monreal, Eifel

Marktplatz Hachenburg, Westerwald

Löwenbrunnen auf dem Marktplatz Hachenburg, Westerwald

Die Grafen von Sayn erbauten einst eine Residenz im Westerwald. Später wurde sie barock umgebaut und dieser Baustil bestimmt noch heute das Stadtbild von Hachenburg. Die Kleinstadt hat viele ihrer historischen Gebäude bewahrt und ist vor allem rund um den Alten Markt ein Schmuckstück.  Ein pittoreskes Ensemble, das zum Bummeln einlädt. Unweit der Stadt befindet sich das Landschaftsmuseum Westerwald, das Einblick in die Kulturgeschichte der Region gibt. Eine alte Schule wurde dort wiederaufgebaut sowie eine Vielzahl weiterer Gebäude aus dem 17., 18. und 19. Jahrhundert.

Im 19. Jahrhundert war der Kurort Bad Ems ein Treffpunkt des europäischen Hochadels. Der deutsche Kaiser kam hierher ebenso wie der russische Zar. Dichter wie Dostojewski schrieben ihre Romane fertig, der Komponist Richard Wagner holte sich Inspirationen für seine künftigen Werke.

Noch heute zeugen die prachtvollen Bauten entlang des Lahnufers von jenen gloriosen Zeiten. Es ist eine pompöse Bäderarchitektur, die noch immer ihren ganz besonderen Charme hat. Zahlreiche Wanderrouten eröffnen den Blick auf das malerische Stadtbild, das umrahmt wird von imposanten Felsen hoch über dem Flusstal.

Danach kann man sich in der Therme verwöhnen lassen, einer einzigartigen  Wellness- und Gesundheitslandschaft in allerbester Lage. Das Highlight ist die FlussSauna mit direktem Blick auf die Ufer der Lahn.

FlussSauna auf der Lahn bei der Emser Therme Bad Ems, Lahntal

Entpannen in der FlussSauna auf der Lahn bei der Emser Therme Bad Ems, Lahntal

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