Kaiser Konstantin und der Tag der Sonne


Das römisch-mittelalterliche Ambiente von Trier ist schwer zu übertreffen. Auch wenn nicht amtlich bestätigt, gilt Trier als die älteste Stadt Deutschlands. Ihr Name geht auf den keltischen Stamm der Treverer zurück, die Julius Cäsar in seinem Feldzug von 58 bis 50 v. Chr. gegen Gallien bekämpfte und besiegte. Gegen den Widerstand der Treverer richteten die Römer das Militärlager auf dem Petrisberg ein, dessen Überreste das früheste Zeugnis der Anwesenheit von Römern auf dem heutigen Stadtgebiet ist.

Der erste römische Kaiser, der sich zum Christentum bekannte, war Konstantin der Große. Er stoppte die blutige Christenverfolgung und verhalf der Religion zu weltweiter Anerkennung. Selbst keineswegs fromm und gottesfürchtig, ließ er sich in der Hoffnung auf Vergebung aller Sünden erst auf dem Sterbebett taufen.

Eine christliche Tat, an die sich heute kaum einer erinnert, währt bis heute. Am 3. Juli 321 erklärte er den Sonntag im ganzen Reich zum offiziellen Feier- und Ruhetag: „Alle Richter und Einwohner der Städte, auch die Arbeiter aller Künste, sollen am ehrwürdigen ‚Tag der Sonne‘ ruhen.“

Sechs Jahre lang residierte Konstantin der Große im gallischen Trier, das unter seiner Regentschaft zur zweitwichtigsten Stadt des römischen Weltreichs aufstieg. Die Konstantin-Basilika, die Kaiserthermen und Teile des Doms entstanden in dieser Zeit. Bis heute prägen die römischen Großbauten Konstantin des Großen das Stadtbild Triers.

Konstantin-Basilika in Trier, Mosel

Innenraum der Konstantin-Basilika in Trier, Mosel

Von den Kaiserthermen führen Spazierwege durch den Palastgarten des Kurfürstlichen Palais‘ zur Konstantin-Basilika. Sie war der Thronsaal Kaiser Konstantins und repräsentierte seine Größe und Macht. Die 67 Meter lange, über 27 Meter breite und 33 Meter hohe Halle ist der größte erhaltene Einzelbau der Antike. Auf die Klänge der großen Orgel antwortet ein Sieben-Sekunden-Nachhall. Neben dem Dom ist die Konstantin-Basilika wegen der außergewöhnlichen Akustik heute Veranstaltungsort für große Konzerte, zum Beispiel beim alljährlichen Mosel Musikfestival.

Dom in Trier, Mosel

UNESCO Welterbe Trierer Dom, Mosel

Innenansicht des Trierer Doms, Mosel

Innenansicht des Trierer Doms, Mosel

Durch die Straße „An der Meerkatz“ und die Liebfrauenstraße kommt man zur ältesten Kirche Deutschlands und zum Bischofssitz, dem Trierer Dom. In ihm sind alle Epochen der europäischen Kunst- und Baugeschichte vereint. Im Schatten des Doms steht die Mitte des 13. Jahrhunderts erbaute Liebfrauenkirche. Sie ist die erste und älteste rein gotische Kirche Deutschlands. Die Vorgängerbauten beider Kirchen werden Kaiserin Helena, Mutter Konstantins und eine der bedeutendsten Frauen der Spätantike, zugeschrieben. Auch die Reliquie „Heiliger Rock“, die im Dom aufbewahrt wird, soll auf ihre Initiative nach Trier gelangt sein.

Die Steinstraße verbindet den Domfreihof mit dem Hauptmarkt. Dort sind neben den Renaissance-Fachwerkhäusern das Bürgerhaus „Steipe“ und das „Rote Haus“ mit der im 17. Jahrhundert nicht ganz wahrheitsgemäßen, aber in großen Lettern angebrachten Inschrift „ Eher als Rom stand Trier eintausend und dreihundert Jahre. Möge es weiter bestehen und sich ewigen Friedens erfreuen“ besonders sehenswert.

Weingenuss beim Amphitheater Trier, Mosel

Weingenuss beim UNESCO Welterbe Amphitheater in Trier, Mosel

Kaiserthermen unterirdisch entdecken in Trier, Mosel

Unterirdische Gänge in den Kaiserthermen von Trier, Mosel

Die Konstantin-Basilika, die beiden Kirchen Dom und Liebfrauen sowie die Römerbauten Porta Nigra, das Amphitheater, die Kaiserthermen, die Barbarathermen, die Römerbrücke und die etwas außerhalb Triers stehende Igeler Säule gehören zu den UNESCO-Welterbestätten. Besonders die Römerbauten unterstreichen die beeindruckende Geschichte Triers als Hauptstadt des westlichen römischen Reiches und Residenz Kaiser Konstantins.

Trier verbindet auf unvergleichliche Weise das Erbe uralter Mauern mit weinfröhlicher Geselligkeit, Schauspiel und jeder Menge Bildung. Die antike Weltstadt an der Mosel war als römische Metropole und Kaiserresidenz mächtig, aber auch revolutionär und zu allen Zeiten immer der genussvollen Seite des Lebens zugetan.

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