Johannes Gutenberg und die Kunst des Buchdrucks


B 42, das klingt wie eine Straßenbezeichnung, ist aber die Krönung der Druckkunst Johannes Gutenbergs: die 42-zeilige Bibel mit 1282 Seiten. Die farbige Ausmalung der kunstvoll geschwungenen Initialen und Zwischenüberschriften übernahmen nach dem Druck die Illuminatoren. So wurde jede einzelne der insgesamt 180 gedruckten Gutenberg-Bibeln ein wertvolles Unikat. Zwei der weltweit 49 erhalten gebliebenen Exemplare sind die größten Schätze des Gutenberg-Museums in Mainz. In einem abgedunkelten Raum können sie unter Glas begutachtet werden.

In einer Zeit, wo die Bibeln vor allem in Klöstern von Hand geschrieben und aufwendig illustriert wurden, war die Schwarze Kunst des Johannes Gutenberg zunächst argwöhnisch beäugt worden. Doch das Ergebnis seiner Drucke konnte mit der hohen Qualität der Handschriften mithalten. Heute zählen die Gutenberg-Bibeln zu den schönsten Büchern der Welt.

Bei einer Führung durch das Gutenberg-Museum dürfen Besucher bei der Herstellung einer Bibelseite auf der rekonstruierten Druckerpresse selbst Hand anlegen. Die von Gutenberg entwickelte Holzpresse erinnert in Form und Mechanik sehr an eine Weinpresse. Damals war das Drucken noch eine Arbeit, die Muskelkraft verlangte. Gutenberg beschäftigte für das Bibeldrucken 20 Mitarbeiter.

Bevor Gutenberg den Druck mit beweglichen Lettern erfand, wurde Papier auf einen mit Farbe eingestrichenen Holzstock gelegt und solange gerieben, bis die Zeichen auf das Papier übertragen waren. Dieses aufwendige Verfahren verbesserte Gutenberg, indem er den Text in alle Einzelteile zerlegte: Groß- und Kleinbuchstaben, Satzzeichen, Abkürzungen und Buchstabenverbünde, wie sie im Mittelalter üblich waren.

Eine Gutenberg-Bibel im Gutenberg-Museum Mainz, Rheinhessen

Ein kostbares Unikat: eine Gutenberg-Bibel im Gutenberg-Museum Mainz, Rheinhessen

Für den Druck einer Bibel stellte er zum Beispiel 290 verschiedene Zeichen aus Metall her. Wie die einzelnen Lettern gegossen wurden, wird ebenfalls im Gutenberg-Museum vorgeführt. Spätestens dann wird klar, wie genial Gutenbergs Erfindung war.

Druckerpresse im Gutenberg-Museum Mainz, Rheinhessen

Spannende Ausstellungsstücke im Gutenberg-Museum Mainz, Rheinhessen

Gutenberg-Museum in Mainz, Rheinhessen

Außenansicht des Gutenberg-Museums Mainz im Haus zum Römischen Kaiser, Rheinhessen

Über Gutenbergs Leben dagegen ist nicht sehr viel bekannt. Es gilt als sicher, dass er um 1400 in Mainz geboren wurde. Eine Eintragung im Kirchenbuch von St. Christoph belegt, dass er dort getauft wurde. Nicht weit davon stand an der Ecke Christofstraße/Schusterstraße der Hof „Zum Gutenberg“, sein Namensgeber, wo er als Sohn des Patriziers Friele Gensfleisch das Licht der Welt erblickte. Heute befindet sich dort die Mohrenapotheke in einem Nachkriegsbau. Als Sterbehaus gilt der „Hof zum Algesheimer“ an der Ecke Christofsgässchen/Hintere Christofsgasse.

Überlebensgroß steht er in Bronze gegossen auf hohem Sockel auf dem Gutenbergplatz. Die lateinische Inschrift verrät, dass dies ein europäisches Projekt war: „Den Mainzer Patrizier Johannes Gensfleisch haben die Bürger durch das in ganz Europa gesammelte Geld 1837 aufgestellt.“ Inzwischen gibt es mehrere Gutenbergdenkmale in der Stadt. Das modernste steht direkt neben seiner Taufkirche und zeigt ihn an der von ihm entwickelten Druckpresse.

Die Altstadt von Mainz, Rheinhessen

Fachwerkhäuser in der gemütlichen Altstadt von Mainz, Rheinhessen

Gutenberg-Museum in Mainz, Rheinhessen

Erlebbare Exponate im Gutenberg-Museum in Mainz, Rheinhessen

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