Lehmpastor Felke: Ein Pionier der Naturheilkunde


Der Herr Pastor hatte schon immer eine Vorliebe für die Medizin. Während einer Diphterie-Epidemie 1890 behandelte Emanuel Felke die Menschen nur mit homöopathischen Mitteln. Die Erfolge waren erstaunlich. Später packte er sie in Lehm ein, verschrieb ihnen Sitzbäder und riet ihnen zur Bewegung in frischer Luft, dazu fleischlose Ernährung: Die Felke-Kur war geboren.

Schon bald eroberte sich Emanuel Felke (1856–1926) damit einen Ruf, der weit über die Grenzen hinausging. Aus ganz Europa kamen die Kurgäste an seinen damaligen Wirkungsort Repelen im heutigen Nordrhein-Westfalen. Es entstand eine regelrechte Felke-Bewegung, ein Felke-Verein und eine Felke-Methode. Der Lehmpastor, wie er bald mit Beinamen hieß, war Kult – und bald auch ein Ärgernis für die, die sich durch ihn in Frage gestellt fühlten.

Er wurde zur Zielscheibe der Schulmediziner und der Moralapostel, weil seine Kurgäste nackt in der Gegend herumspazierten. Ein Skandal in einer Zeit, in der Männer und Frauen zugeknöpft bis zur Halskrause durch die Landschaft zogen. Das jähe Ende der Felke-Kur kam jedoch mit dem Ersten Weltkrieg, weil nun sämtlich Sanatorien in Lazarette umgewandelt wurden. Notfallmedizin statt alternativer Heilmethoden: War’s das mit seiner Naturheilkunde?

Die Rettung hieß Bad Sobernheim. 1915 wechselte Felke an jenen Ort an der Nahe, der ihm zu einem zweiten Therapie-Frühling verhalf. Ganz langsam baute er dort den Kurbetrieb auf und entwickelte seine Lehmheilkunde zu einem anerkannten naturmedizinischen Verfahren weiter. 1926 starb Emanuel Felke, hochrespektiert und mit der dortigen Ehrenbürgerwürde ausgestattet.

Lehm beim Barfußpfad Bad Sobernheim, Nahe

Lehm beim Barfußpfad in Bad Sobernheim, Nahe

Die Felke-Kur ist in Bad Sobernheim heute lebendiger denn je. Der zauberhaft gelegene Ort im Naheland hat nicht nur das Andenken an den berühmten Lehmpastor bewahrt, sondern es zu einem therapeutischen Gesamtkonzept verfeinert. So darf sich Bad Sobernheim heute stolz Felke-Heilbad nennen, das einzige in Deutschland und das jüngste aller Kurbäder in Rheinland-Pfalz.

Behandelt wird dort noch heute auf der Grundlage der Verfahren, die der legendäre Lehmpastor entwickelt hat: Jede Felke-Kur beginnt mit einem Sitzbad im Freien. Danach folgt eine Bewegungseinheit in der Natur, mit möglichst wenig Textil am Körper. Schließlich kommen jene Lehmpackungen zum Einsatz, die Emanuel Felke berühmt gemacht haben und die ganz gezielt auf Gelenke, Rücken und Bauch aufgetragen werden. Erholung pur!

Lehmanwendung nach Felke, Nahe

Wohltuendes Lehmbad nach Felke in Bad Sobernheim, Nahe

Durch das Schlammbecken auf dem Barfußpfad Bad Sobernheim, Nahe

Mit der ganzen Familie durch das Schlammbecken auf dem Barfußpfad in Bad Sobernheim, Nahe

Auch die Ernährung spielt noch immer eine zentrale Rolle: Vegetarische Kost mit gesunden Kräutern ist ein elementarer Bestandteil jeder Felke-Kur. Zur Anwendung kommt sie bei Arthrose und Arthritis, Venen- und Wirbelsäulenleiden, Erschöpfungszuständen und Stoffwechselerkrankungen. Die drei Wellnesshotels BollAnts – Spa im Park, Hotel Maasberg Therme & Golf Resort und Menschels Vitalresort Englischer Hof haben sich der Felke-Kur verschrieben. Seit 1992 gibt es dort auch einen weitläufigen Barfußpfad, der auf die Erkenntnisse des Lehmpastors gründet. Ein ebenso natürliches wie meditatives Erlebnis.

Entspannen im Spagarten von BollAnts Spa im Park, Nahe

Entspannen auf der Liege im Spagarten bei BollAnts Spa im Park Bad Sobernheim, Nahe

Emanuel Felke hatte neben der Theologie auch ein paar Semester Medizin studiert. Er kannte die Lehren von Sebastian Kneipp ebenso gut wie die des Homöopathie-Erfinders Samuel Hahnemann. Seinen Patienten schaute er stets tief in die Augen und erforschte dort die Abgründe ihres Leidens. „Ich schau dir in die Augen, Kleines“: Das war fast ein bisschen wie bei Humphrey Bogart in „Casablanca“.

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