Royale Hochzeiten und kaiserliche Geschichten in Worms


Seit fast tausend Jahren steht der Wormser Dom auf dem höchsten Hügel der Stadt und wacht über seine Bürger. Er ist der kleinste der drei rheinland-pfälzischen Kaiserdome, zudem schlanker und steiler konzipiert und etwa hundert Jahre jünger als die Dome in Mainz und Speyer. Der Bau erlebte viele Beschädigungen und harte Zeiten durch den Pfälzischen Erbfolgekrieg, die französische Revolution und den Zweiten Weltkrieg. Mit viel Mühe und Kraft wurde der Dom immer wieder aufgebaut und renoviert, sodass er heute wieder in seiner ganzen Pracht erstrahlt.

Es scheint, als zöge der Hügel, auf dem der Dom steht, prägende Geschichte magisch an. Seit dem vorchristlichen Jahrtausend siedelten hier Menschen, immer wieder erbauten sie an diesem Ort Kirchen und schließlich entdeckten Könige und Kaiser diesen Ort für sich.

So auch Karl der Große, der bedeutendste Herrscher der karolingischen Zeit. Ganz in der Nähe des heutigen Doms befand sich eine seiner großen Pfalzen und somit Regierungssitze. Worms lag strategisch perfekt, um als Ausgangspunkt für zahlreiche Kreuzzüge genutzt zu werden und Reichsversammlungen abzuhalten. Doch Karl der Große fühlte sich so wohl, dass er sogar mehrere seiner Weihnachtsfeste hier feierte. Für einen außergewöhnlich frommen Christen wie ihn kam dies einem Ritterschlag gleich.

Weniger fromm war Karl der Große, was seine Beziehung zu Frauen anging. Er heiratet insgesamt fünf Mal und wenngleich Ehen in jenen Zeiten und Kreisen vorwiegend aus politischen Gründen geschlossen wurden, so soll er seiner vierten Ehefrau Fastrada sehr verbunden gewesen sein. Eben jene heiratete er auch ganz royal mit Prunk und Gloria in Worms. Aus allen Teilen des Reiches reisten Gäste an und die Feierlichkeiten zogen sich über mehrere Wochen. Zudem flossen große Mengen an köstlichem Wein aus den umliegenden rheinhessischen Weinbergen - schließlich war Karl der Große kein Kostverächter und ein ausgesprochener Weinliebhaber. Noch heute kann in Worms hervorragend gespeist werden und die Winzer in der Umgebung laden zu Besuchen in tollen Vinotheken und zur Verkostung einmaliger Weine.

Innenansicht des Doms St. Peter in Worms, Rheinhessen

Innenansicht des Wormser Doms St. Peter, Rheinhessen

Aber auch in der Zeit nach Karl dem Großen setzte sich die Geschichtsschreibung gekrönter Häupter auf und um den höchsten Hügel in Worms setzte fort. Bereits wenige Jahre nach dem Untergang der Karolinger begann der Bau des heutigen Wormser Doms und es dauerte nicht all zu lange, bis dort erneut eine royale Traumhochzeit statt fand: Friedrich II. heiratete 1235 dort seine Gemahlin Isabella von England. Es kann also mit Recht behauptet werden, dass Worms ein Ort royaler Traumhochzeiten war.

Der Dom St. Peter in Worms, Rheinhessen

Blick auf den Wormser Dom St. Peter, Rheinhessen

Kirchenportal des Wormser Doms St. Peter, Rheinhessen

Kirchenportal des Wormser Doms St. Peter, Rheinhessen

Um die Liebe und die Treue zweier Königinnen ging es auch in einem berühmten Streit, der sich am Portal des Wormser Doms zugetragen haben soll. Es handelt sich um eine der Schlüsselepisoden der Nibelungensage - dem Königinnenstreit. Die Rivalinnen und Königinnen Brünhild und Kriemhild zankten sich der Sage nach darüber, welcher ihrer Ehemänner die höhere Stellung innehielt und welche von ihnen beiden demzufolge als Ranghöherer zuerst den Dom betreten durfte. Seit 2002 finden, in Anknüpfung an diesen sagenumwobenen Königinnenstreit, die Wormser Nibelungenfestspiele auf einer Freilichtbühne vor dem Dom statt.

Wer nach Worms kommt, wandelt an vielen Stellen auf den Spuren gekrönter Häupter, kann Geschichte und Kultur entdecken und Wein und Kulinarik aus vollem Herzen genießen.

Nibelungenfestspiele Worms, Rheinhessen

Nibelungenfestspiele Worms am Wormser Dom, Rheinhessen

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