Monumente der Macht


Auf dem Platz vor dem Dom in Speyer stehen die Besucher in Grüppchen beieinander. Sie scharen sich um ihre Guides und legen die Köpfe in den Nacken, um bis zur Spitze der Türme hinaufzublicken. Früher war ihnen der Blick verstellt und der Dom von Kapellen umgeben. Pflastersteine auf dem Platz markieren den Verlauf des Kreuzgangs, der hier lag. Auch die übrigen Häuser der Stadt reichten dicht an den Dom heran. Heute hat man eine freie Sicht auf das Bauwerk und kann seine Dimensionen erfassen.

Trotzdem sind viele Besucher überrascht von seiner Größe, wenn sie durch eine der schweren Bronzetüren treten und im Inneren des imposanten Kirchenhauses ankommen. Die Decke reicht 33 Meter hoch, das von dicken Sandsteinmauern umgebene romanische Bauwerk ist mehr als 130 Meter lang und fast 40 Meter breit. Der Innenraum ist schmucklos und lenkt die Blicke nach vorne auf den Königschor, über dem eine riesige Krone von der Decke hängt – eine Nachbildung der Grabkrone von Kaiser Konrad II..

Der Salierkaiser war es, der den Dom bauen ließ. Eine Nummer kleiner ging’s nicht, denn er wollte damit ein Zeichen seiner von Gott verliehenen Macht setzen – deshalb sollte es das größte Gotteshaus seiner Epoche werden. Um 1027 herum gab er den Auftrag, doch als der Dom 1061 geweiht wurde, war Konrad II. längst gestorben. Im Speyerer Dom ist er beigesetzt – in der ebenfalls großzügig bemessenen Krypta, die heute die sterblichen Überreste der vier salischen Kaiser, dreier Kaiserinnen und von vier Königen birgt.

Über die Jahrhunderte veränderten wechselnde Herrscher und auch eine wechselvolle Geschichte das Bauwerk. Schmucklos wirkt es, weil es im pfälzischen Erbfolgekrieg und während der französischen Revolution verwüstet wurde. Napoleon wollte den Dom sogar abreißen lassen, doch das wurde verhindert. Heute zählt er zum UNESCO-Welterbe und ist ein beliebtes Ausflugsziel.

Dom zu Speyer, Pfalz

Der Speyerer Dom, Pfalz

Im Kaisersaal über der Vorhalle des Doms staunen die Besucher über monumentale Fresken, die ab dem 19. Jahrhundert den Innenraum der Kirche schmückten, später aber abgenommen wurden. Von dort führt eine Treppe zur Aussichtsplattform im Südwestturm des Doms. Hier reicht der Blick weit über Speyer hinaus und zu den Höhen des Pfälzerwaldes im Osten, während sich auf der anderen Seite der Rhein in Schleifen an der Stadt vorbei windet.

Monumentale Fresken im Speyerer Dom, Pfalz

Monumentale Fresken im Speyerer Dom, z.B. von Rudolf von Habsburg, Pfalz

Ausblick vom Speyerer Dom, Pfalz

Ausblick vom Speyerer Dom auf den Rhein, Pfalz


Nicht nur die Salier, auch andere Herrschergeschlechter haben die Pfalz geprägt. Zu den Staufern gehörte Friedrich I., wegen seines rötlich schimmernden Bartes auch Barbarossa genannt. Im 12. Jahrhundert ließ er in Kaiserslautern eine Kaiserpfalz bauen. Viele mittelalterliche Herrscher hatten keine feste Residenz, sondern mehrere Pfalzen und damit Stützpunkte, an denen sie regierten und Hof hielten. Einen solchen wünschte sich auch Kaiser Barbarossa im heutigen Kaiserslautern, denn hier kreuzten sich wichtige Handelswege und die Region war reich an Wald und Fischen.

Eine seiner Lieblingsburgen soll auch die Burg Trifels gewesen sein: Die Burg thront in der Nähe von Annweiler hoch über dem Wald auf einem Felsen. Sie ist auch deshalb so berühmt geworden, weil Heinrich VI. dort seinen Konkurrenten, den legendären englischen König Richard Löwenherz, einsperren ließ. Heute kommen die Besucher ganz freiwillig und in Scharen auf den Trifels. Die Burg bietet eine unvergleichliche Aussicht und im Inneren präsentiert sie prächtige Repliken der Reichskleinodien: Krone, Zepter und Reichsapfel.

Burg Trifels bei Annweiler am Trifels, Pfalz

Burg Trifels bei Annweiler am Trifels, Pfalz


Spuren der Kelten findet man auf dem Plateau des Donnersbergs, der mit 687 Metern höchsten Erhebung der Pfalz. Dort haben sie im 2. Jahrhundert vor Christus eine Stadt angelegt und mit einem über acht Kilometer langen Ringwall geschützt. Archäologen geben Einblicke in ihre Ausgrabungen und wie mächtig der Wall tatsächlich war, zeigt ein Nachbau, der die Betrachter um mehr als das Doppelte überragt. Viele Besucher zieht es auch in das Keltendorf in Steinbach, den Nachbau einer keltischen Siedlung, in der sie vieles über die damaligen Handwerkstechniken erfahren und Geschichte live erleben können.

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