Sagen – Helden – Abenteuer: Burgen im Hunsrück


Prächtige Rüstungen und farbenfrohe Kleider, scharfe Schwerter, Schilde, Pfeil und Bogen, gewaltige Türme und hohe Mauern – das faszinierende Leben der Menschen im Mittelalter bietet seit jeher Stoff für Mythen und Legenden. Die Geschichten rund um Fürsten, Bischöfe, Raubritter und Burgfräulein beflügeln bis heute die Fantasie von Groß und Klein; im Hunsrück mit seinen knapp 60 Burgen und mystischen Ruinen aus dem Mittelalter werden sicherlich auch eure Träume wahr. Stein für Stein wurden sie vor Jahrhunderten für den Kampf um die wertvollen Bodenschätze erbaut. Ihre spannenden Geschichten rund um Krieg, Ehre und Intrigen können sie euch aber heute noch erzählen – ihr braucht nur genau hinzuhören!

Eine der vielen Rittergeschichten des Hunsrücks dreht sich um die Burg Kastellaun, die wie viele andere im Pfälzischen Erbfolgekrieg gegen Ende des 17. Jahrhunderts vom Sonnenkönig Ludwig XIV. zerstört wurde und heute als imposante Ruine über der gleichnamigen Stadt thront.

Denn Burg Kastellaun war eine der bedeutendsten Anlagen im Hunsrück. Erbaut wurde sie im 13. Jahrhundert von den Grafen von Sponheim, die damals über das gesamte Gebiet zwischen Rhein, Mosel und Nahe herrschten. Der Felssporn, auf dem sich die Burg heute noch über der Stadt erhebt, besteht aus dem typischen Hunsrückschiefer: Das dreieckige Plateau des Burgbergs diente zunächst nur für eine Verteidigungsanlage aus Holz. Mit der wachsenden Macht der Grafen und der Bedeutung der Burg wurden die Holzhäuser aber allmählich von Steinbauten abgelöst. 

Burg Kastellaun, Hunsrück

Sonnenuntergang bei der Burg Kastellaun, Hunsrück

Zu Beginn des 14. Jahrhunderts zogen dann Graf Simon II. und seine Frau Elisabeth ein. Sie bauten Burg Kastellaun zur Wohnburg mit Bergfried, Ringmauer und einem kleinen Palas aus; der Traum eines jeden Burgherren und seiner Liebsten. Sie brachten übrigens auch den Wohlstand in die Stadt, die unter anderem das Marktrecht erhielt; damals wie heute findet der Markt jeden Mittwoch statt. Die Burgruine selbst könnt ihr an jedem Tag der Woche im Sturm erobern! Im angegliederten “Haus der regionalen Geschichte” erlebt ihr das Leben auf der Burg interaktiv: die Kinder dürfen sich sogar als Ritter oder Burgfräulein verkleiden. Tolle Spielecken und eine spannende Museumsrallye sorgen außerdem dafür, dass jeder Aufenthalt auf Burg Kastellaun zu einem Abenteuer für die ganze Familie wird. 

Innenansicht der Burgruine Balduinseck, Hunsrück

Innenansicht der Burgruine Balduinseck bei Mastershausen, Hunsrück

Die weitere Geschichte von Graf Simon und seiner Frau Elisabeth gleicht hingegen einem Familiendrama: der steigende Wohlstand im Hunsrück blieb Balduin von Luxemburg nicht verborgen, dem Erzbischof von Trier. Er hatte im Jahr 1320 in Morbach die prachtvolle Burg Baldenau erbaut, die einzige Wasserburg des Hunsrücks. Angeblich wollte er sich damit die Grafen von Sponheim vom Leib halten. Schon ein Jahr später stand dem Erzbischof dann aber der Sinn nach Krieg und Eroberung – er belagerte Burg Kastellaun. Da war es gut, dass Elisabeth von Sponheim eine Verwandte von Balduin und eine vernünftige Frau war: Sie flehte um Gnade und handelte eine friedliche Einigung aus. Wenige Jahre später ließ Balduin nur knapp sechs Kilometer entfernt die Burg Balduinseck bauen; so ganz schien dem ambitionierten Geistlichen der Frieden wohl doch nicht zu schmecken.

Neben Burg Kastellaun sind auch Burg Balduinseck und die Wasserburg Baldenau heute nur noch als Ruine zu besichtigen; steinerne Zeugen der bewegten Geschichte, die besonders an nebligen Tagen einen fast schon sagenumwobenen Anblick bieten. Euren Besuch in diesem magischen Land aus unberührtem Wald und mystischen Ruinen könnt ihr übrigens fast immer mit einer Wanderung verbinden. Je nach Kondition wählt ihr das Erlebnis und die Streckenführung: Abenteuerlich geht es beispielsweise auf dem Schinderhannespfad zwischen Kastellaun und Gemünden zu. Der berühmt-berüchtigte Räuberhauptmann hat hier sein Unwesen getrieben – man sagt, sein Geist spukt immer noch durch die Gegend!

Viel Mut braucht ihr auch auf dem Saar-Hunsrück-Steig von der Hängeseilbrücke Geierlay bis Kastellaun; die Brücke überwinden nur schwindelfreie Entdecker! Habt ihr es geschafft, wandert ihr weiter durch tiefe Wälder, vorbei an schroffen Schieferwänden zur Burgruine Balduinseck. Oder ihr macht die Tagestour von der Burg Kastellaun zur wilden Baybachklamm: Euch erwarten steile Auf- und Abstiege mit Kletterpassagen direkt am Hunsrückschiefer, während der Baybach tief unter euch tobt. Eine echte Herausforderung für wagemutige Abenteurer jeden Alters!

Hängeseilbrücke Geierlay, Hunsrück

Die Hängeseilbrücke Geierlay im Hunsrück: 360 Meter lang und 100 Meter hoch

Familie wandert durch einen Wald vorbei an einem Schieferfelsen, Hunsrück

Wanderung durch den Wald vorbei an Schiefer in seiner ursprünglichsten Form, Hunsrück

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