Teuflisch gute Ziele in Rheinland-Pfalz


So manche pittoreske Felsformation in Rheinland-Pfalz ist so faszinierend, dass bei ihrer Entstehung nur der Teufel seine Hände im Spiel haben konnte. Eines dieser Wunderwerke der Natur ist die Teufelsschlucht im Naturpark Südeifel. Dort soll der König der Finsternis in seiner jähzornigen Art die Felsen gespaltet und die überzähligen Brocken ins Tal geworfen haben. Sollten die anderen doch sehen, wie sie damit zurechtkommen. Er hätte sich wohl gewundert, wie dankbar die Menschen ihm heute dafür sind, dass er die Gegend bei Ernzen so bizarr geformt hat.

Über 20 Meter tief sind die Felsspalten und häufig kaum mehr als einen Meter breit. Schmale Sandsteintreppen führen durch sie hindurch und unterqueren Klüfte, zwischen denen noch Gesteinsblöcke klemmen. In den Felsnischen suchen Baumwurzeln zwischen Flechten und Moosen ihren Weg ins Erdreich. Drei Teufelspfade sind mit kleinen roten Teufelshörnchen, den Insignien der Hölle, markiert. Der erste Weg ist kurz, beginnt am Naturparkzentrum und führt auf rund zwei Kilometern durch die schönsten Schluchten. Der zweite holt etwas aus, beschreibt einen 3,5 Kilometer langen Rundweg über den Ostrand des Felsplateaus. Der dritte, die "Teuflische Acht", führt auf sechs Kilometern durch das idyllische Kylltal und den Irreler Wasserfällen.

Teufelsschlucht Naturpark Südeifel, Eifel

Blick in die Teufelsschlucht im Naturpark Südeifel Ernzen, Eifel

Auf der Ritterfestung Burg Are in Altenahr war der Sage nach auch der Teufel zu Gast. Eines Tages soll er so viel Rotwein getrunken haben, dass er die Heimreise vergaß. Da näherte sich ihm eine schöne Frau, die ihn anhimmelte. Kaum aber lag sie in seinen Armen, entpuppte sie sich als seine hässliche Großmutter. Voller Zorn darüber schleuderte der Teufel sie auf einen Felsen. Sie flog mitten hindurch zurück in die Hölle und hinterließ das Teufelsloch in der Schieferwand.

Burg Are bei Altenahr, Ahrtal

Blick auf Burg Are bei Altenahr, Ahrtal

Das Teufelsloch bei Altenahr, Ahrtal

Das Teufelsloch auf der 5. AhrSteig-Etappe bei Altenahr, Ahrtal

Das Teufelsloch ist heute eine der größten Attraktionen auf der 5. AhrSteig-Etappe. Ein schmaler und zum Schluss felsiger Pfad führt steil nach oben. Vom Aussichtsbalkon hinter dem Felsenloch blickt man auf das gesamte Ahrtal, zur Burg Are hinüber, auf die Tunnelöffnungen der Eisenbahn sowie auf den Fluss, der auch dem Ort Altenahr seinen Namen gab.

Im Jahr 1614 wurden zwei Teile einer einst zwölf Meter hohen und 65 Tonnen schweren Granitsäule unter dem Fußboden des Trierer Domes gefunden und vor das Portal gelegt. Dort ruhen sie bis heute und Generationen von Kindern haben die Oberfläche des Granitriesen beim Rutschen spiegelglatt geschliffen.

Die Legende um den Trierer Domstein erzählt, dass die Bauleute des Domes im 4. Jahrhundert Besuch vom Teufel bekamen. Er fragte, was auf der Baustelle entstehen solle. Er bekam zur Antwort, dass hier das größte Wirtshaus der Welt gebaut werde, damit die Trierer ordentlich ihren Lastern nachgehen könnten. Es sei nur schwierig, die vier Monolithen – jeder zwölf Meter hoch – aus dem Odenwälder Felsenmeer an die Mosel zu schaffen. Da half der Teufel gern, brachte die Säulen herbei und stellte sie sogar an Ort und Stelle auf. Doch bei näherem Hinsehen fiel ihm auf, dass er getäuscht worden war. Er griff nach einer Säule und schleuderte sie wütend auf den Dom, den er aber verfehlte. Um den Teufel allzeit an seine Schmach zu erinnern, legten die Bauleute die zerbrochene Säule vor den Eingang zum Dom. Heute können Sie die Legende in der Erlebnisführung "Der Teufel in Trier" mit dem Höllenfürst nacherleben.

Erlebnisführung am Trierer Domstein, Mosel

Erlebnisführung "Der Teufel in Trier" mit dem Höllenfürst am Trierer Domstein, Mosel

Teuflische Spuren gibt es auch am „Teufelstisch“ bei Hinterweidenthal im Biosphärenreservat Pfälzerwald. Der etwa 284 Tonnen schwere Buntsandsteinfelsen ist das einzige Geotop in der Pfalz und ist Beginn des Premiumwanderweges „Hinterweidenthaler Teufelstisch-Tour“.

Der Premiumwanderweg „Teufelspfad“ in Pirmasens wurde für den Titel „Deutschlands schönster Wanderweg 2020“ in der Kategorie Tagestouren nominiert und erreichte den vierten Platz. Er ist neben der „Hexenklamm“ und dem „Felsenwald“ einer von drei Premiumwanderwegen rund um die Schuhstadt Hauenstein. Benannt wurde der Wanderweg nach dem Teufelsfelsen auf der Strecke.

Teufelstisch im Pfälzerwald, Pfalz

Teufelstisch bei Hinterweidenthal im Pfälzerwald, Pfalz

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Naturparkzentrum Teufelsschlucht

Ernzen
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