Geheimnisse der Eifeler Maare


Im kühlen, tiefblauen Wasser des Ulmener Maars lässt du dich auf dem Rücken treiben und folgst dem Blick dieses einen „Auges der Eifel“ zum wolkenlosen Himmel. Vom Ufer her klingt das Zwitschern der Vögel und manchmal das Lachen spielender Kinder auf der anliegenden Wiese. Der goldene Sonnenschein tanzt auf der Wasseroberfläche. Nichts zeugt in diesem Moment von der ohrenbetäubenden, gewaltigen Explosion, die vor vielen tausenden von Jahren genau an dieser Stelle die Erde zerfetzte. Der Ursprung dieser einzigartigen Schönheit ruht tief unter der Erde. Schlummert - bis heute. Wir gehen ihm auf den Grund.

Neun weitere dieser mit Wasser gefüllten, oft kreisrunden Trichter gelten als das Markenzeichen der Vulkaneifel, dieser ursprünglichen Region im Mittelgebirge in Rheinland-Pfalz. Auf den ersten Blick wirken sie wie Seen, doch eigentlich sind sie die Erinnerung an einen Vulkanausbruch – einen von vielen in der Geschichte des Eifel-Vulkanismus’. Der erste ereignete sich vor circa 45 Millionen Jahren, als sich die Erdkruste im Rahmen der Alpen-Bildung stark ausdehnte.

Eine Wanderung entlang schmaler Pfade in der Nähe von Manderscheid führt zurück in diese Zeit: Hier befindet sich das Eckfelder Maar, das älteste Maar der Vulkaneifel, das inzwischen ausgetrocknet und eine archäologisch bedeutende Fundstätte ist. Das Skelett des „Eifeler Urpferdchens“, eines 50 cm großen Pferdes, das damals in unseren Breiten lebte, ist nur eine der beeindruckenden Entdeckungen, die in diesem Trockenmaar zu bestaunen sind.

Schalkenmehrener Maar bei Daun, Eifel

Eindrucksvoller Blick auf das Schalkenmehrener Maar bei Daun, Eifel

Die meisten der noch Wasser haltenden Maare hingegen reichen zurück in die Quartärzeit, eine Phase in der Entstehung der Eifel vor circa 2,6 Millionen Jahren. Sie endete mit dem Ausbruch von vor etwa 10.000 Jahren, der das Ulmener Maar bildete.

Aufsteigendes Magma traf auf wasserführende Gesteinsschichten. In der Sekunde des Kontakts kam es zu einer gewaltigen Explosion, die das umgebende Gestein in kleinste Bestandteile zerriss und teils kilometerweit in die Höhe schleuderte. Dieses Material fiel zurück auf die Erde und lagerte sich als schwere Schlacken- oder Aschendecke meist ringförmig um den Explosionstrichter ab. Gleichzeitig rutschte instabiles Erdreich hinab ins Maar. Mit der Zeit beruhigte sich die vulkanische Aktivität und schlussendlich füllte nachfließendes Grundwasser den entstandenen Krater.

Ulmener Maar auf dem Maare-Thermen-Pfad, Eifel

Blick auf das Ulmener Maar auf dem Muße-Pfad Maare-Thermen-Pfad, Eifel

Das Weinfelder Maar am Eifelsteig, Eifel

Wanderer auf dem Eifelsteig entlang des Weinfelder Maares, Eifel

In einem der vielen Museen des UNESCO Global Geoparks Vulkaneifel, sei es das Eifel-Vulkanmuseum Daun, das Maarmuseum Manderscheid oder das Naturkundemuseum Gerolstein, lässt sich der Wissensdurst zu dieser explosiven Epoche der Eifelgeschichte stillen. Wer sich auf die Pfade und Radrouten durch die Vulkaneifel begibt, taucht hautnah ein. Wanderwege leiten durch die ursprüngliche Landschaft und halten an vielen Ecken weitere spannende Fakten sowie spektakuläre Aussichten auf die in sattem Grün gerahmten Maare bereit. An ihren Ufern, gesäumt von Ginster und Heide, präsentieren sich malerische Seerosenteppiche und Wasservögel.

Und wenn du willst, gönnst du dir eine Erfrischung oder entspannte Bootstour auf der spiegelglatten Wasseroberfläche, unter der es bis heute noch brodelt. Forscher vermuten, dass in mehreren zehntausend Jahren ein erneuter Ausbruch stattfinden könnte. Was macht ein Wochenende schon einmaliger, als ein Moment der Ruhe über einem aktiven Vulkan?

Tretbootfahren auf dem Gemündener Maar, Eifel

Tretbootfahren auf dem Gemündener Maar, Eifel

Riesige Lava-Bombe beim Vulkanhaus Strohn, Eifel

Die riesige Strohner Lava-Bombe beim Vulkanhaus in Strohn, Eifel

Geheimnis der Maare

Vulkanische Ursprünge im Natur- und Geopark


Einen echten Naturschatz, ursprünglich durch explosive Naturgewalt entstanden, findest du nur selten so greifbar wie am Pulvermaar in der Vulkaneifel: lass dich von einer kundigen Gästeführerin bei einer Wanderung über weite, grüne Wiesen und durch urtümliche Wälder zu den Geheimnissen der Maare entführen. So kannst du deren Schönheit entdecken und obendrein die Lebensart der Bewohner dieser aufregenden Region hautnah erleben!

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