Eine unterirdische Welt geschaffen durch Lava


Vor 13.000 Jahren beim Ausbruch des Laacher-See-Vulkans setzte sich ein riesiger Lavastrom in Bewegung. Durch starke Abkühlung entstand daraus in gewaltigen Säulen Basalt, ein Stein mit besonderen Fähigkeiten. 

Durch seine gleichmäßige Durchsetzung mit feinen Poren hat er eine selbstschärfende Eigenschaft. Dadurch eignet er sich perfekt als Mühlstein. Der starke Abrieb durchs Mahlen kann ihm nichts anhaben und egal, wie oft sich das Mühlrad dreht, der Mühlstein aus Basalt bleibt scharf. Die kleinen Poren mit ihren scharfen Rändern öffnen sich nach und nach und bescheren dem Müller feines Mehl.

Diese Eigenschaft des Steines macht sich die Menschheit seit 7.000 Jahren zunutze und der Abbau und Siegeszug des Basalts als Mühlstein begann. Dabei entstanden die wunderbaren Welten unter Mendig und Mayen.

Nahaufnahme einer der Mühlsteine in der Museumslay in Mendig, Eifel

Einer der Mühlsteine in der Museumslay in Mendig, Eifel

Der Abbau von Basalt begann in der Jungsteinzeit und wurde immer weiter perfektioniert. Tiefe Stollen wurden in die Region getrieben und der Mühlstein selbst wurde noch unter Tage in seine endgültige Form gebracht. Durch lange, runde Schächte wurden die Steine nach oben gezogen. Dies kannst du eindrucksvoll im Lavakeller Mendig bestaunen.

Das Mayener Grubenfeld lockt besonders viele Besucher in sein verwinkeltes Stollensystem. Doch nicht jeder kommt hinein. Man braucht eine gewisse Größe – Fledermaus-Größe. Für diese lichtscheuen Tiere bieten sich optimale Bedingungen in den Stollen und jährlich werden mehrere Tausend dort gesichtet. Möchtest du die Fledermäuse selbst bestaunen, kannst du das im “Fledermaus-Stollen” tun. Er ist für Touristen geöffnet und besonders in den kalten Wintermonaten kannst du dort viele Fledermäuse entdecken. Anschließend kannst du das Mayener Grubenfeld mit seiner Bergbaulandschaft über einen Rundweg erkunden.

Blick hinauf in einen der Transportschächte der Vulkan Brauerei in Mendig, Eifel

Blick in einen der Transportschächte der Vulkan Brauerei in Mendig, Eifel

Blick auf die alten Fässer und Steinwände im Keller der Vulkan Brauerei in Mendig, Eifel

Alte Fässer und Steinwände in der Vulkan Brauerei in Mendig, Eifel

Nicht nur die Fledermäuse wissen die Temperaturen dieser unterirdischen Welt zu schätzen. Im 19. Jahrhundert entdeckten die Bierbrauer die Gewölbe, die durch den Mühlsteinabbau entstanden sind, für sich als den Ort, an dem sie ihr Bier konstant bei 6 - 9 Grad Celsius lagern konnten. 

Ausschank im Brauhaus der Vulkan Brauerei in Mendig, Eifel

Brauhaus der Vulkan Brauerei in Mendig, Eifel

28 Brauereien siedelten sich in Mendig an, um diese Lavakeller zu nutzen. Die runden Schächte zum Entladen der schweren Basaltsteine wurden bald zum Herausheben der vollen Bierfässer genutzt. Unter Mendig kannst du ein fast 3 km² großes Netz an Lavakellern entdecken. Früher konnte man unterirdisch von Keller zu Keller der verschiedenen Brauereien laufen. Da aber der eine Brauer gern mal das Bier vom anderen Brauer trank und auch die Arbeiter der Mühlsteinproduktion durstige Kehlen hatten, zogen die Brauereien Mauern ein, um ihr flüssiges Gold zu schützen.

Nimmst du die 153 Stufen in Kauf, gelangst du in den einzigen noch betriebenen Bierkeller. 32 Meter unter der Erde lagert dort noch heute die Vulkan Brauerei einige ihrer Edelbiere.

Bist du den unterirdischen Gängen entkommen, kannst du auf Traumpfaden wandern. Hier in der vulkanischen Osteifel kannst du Tuffsteinwände entdecken, auf Kraterrändern wandern, geheimnisvolle Höhlen erforschen und Aussichten über Vulkanberge genießen.

Aufstiege werden immer wieder mit traumhaften Aussichtspunkten belohnt. Und Grubenlandschaften und Steinbrüche erzählen die Geschichte des jahrhundertelangen Basaltabbaus. Eine Geschichte, die durch ihre steinernen Zeitzeugen bis heute lebhaft zu greifen ist und dich ober- wie unterirdisch begeistert.

Blick auf den Wanderweg nahe der Wingertsbergwand in Mendig, Eifel

Wanderweg an der Wingertsbergwand in Mendig, Eifel

Wanderin vor einer Höhle auf dem Traumpfad Höhlen- und Schluchtensteig bei Kell, Eifel

Auf dem Traumpfad Höhlen- und Schluchtensteig bei Kell, Eifel

Bier und Basalt – Dreamteam der Eifel?


Diesmal geht es mit Martin Seidler in die steinreiche Osteifel: die Urgewalt der Vulkane hat die Region vor Tausenden von Jahren mit Unmengen an Gestein und Lava erschüttert und komplett neu gestaltet. Heute kannst du in Mendig knapp 32 Meter unter der Erde spazieren gehen, in einem erkalteten Lavastrom aus sechseckigen Basaltsäulen. Diese wohl temperierten Lavakeller sind der perfekte Lebensraum für Fledermäuse – und laut den lokalen Brauern auch der beste Ort zur Lagerung von Bier.

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