Aktiv unterwegs in der Heimat des Tons


Johann Wolfgang von Goethe sagte einst „Nur wo du zu Fuß warst, bist du auch wirklich gewesen". Recht hat er, denn nur wenn du den Westerwald zu Fuß oder mit dem Rad abseits der Straßen erlebst, wird dich sein Zauber gefangen nehmen. Wenn die Sonne durch das satte Grün der Bäume fällt, begeistert dich ein fast mystisches Spiel von Licht und Schatten. Unberührte Natur, das muntere Plätschern glasklarer Bäche, Vogelgezwitscher, knarzende Bäume, frische klare Luft und federnder Waldboden unter deinen Wanderschuhen – da schlägt dein Herz doch gleich höher.

Das Kannenbäckerland ist weit über die deutschen Grenzen hinaus als Ton- und Keramikregion bekannt. Zwischen Rhein- und Lahntal gelegen, gibt es hier die größten und qualitativ besten Tonvorkommen Europas. Es ist daher nicht verwunderlich, dass auch das hiesige Töpferhandwerk auf eine jahrhundertelange Tradition zurück blickt. Diesem besonderen Handwerk verdankt der Landstrich auch seinen Namen, traditionell wurden hier nämlich überwiegend kannenförmige Gefäße hergestellt und anschließend gebrannt beziehungsweise “gebacken”. Ton, Töpferhandwerk und Keramikkunst begegnen dir hier immer wieder – traditionell, modern und manchmal auch sehr überraschend.

Regal voller traditioneller Kannen und Krüge in einer Töpferei, Westerwald

Traditionelle Westerwälder Kannen und Krüge in einer Töpferei, Westerwald

Auch die Geschichte der Burg Grenzau, deren dreieckiger Bergfried in Deutschland einmalig ist, hat viel mit der Tradition der salzgebrannten Keramik in der Region zu tun. Sie, beziehungsweise ihre Bewohner, hatten großen Anteil an der Entwicklung des Kannenbäckerlandes. Graf Isenburg von Grenzau erlaubte Töpferfamilien aus Ostbelgien, sich in Grenzau niederzulassen und förderte sie durch seinen Schutz. Sie brachten die Fertigkeit mit, Steinzeug mit blauer Kobaltfarbe zu verzieren und dann mit Salz zu glasieren, was die Geburtsstunde der klassischen Westerwälder Keramik war.

Direkt an der Burg Grenzau kannst du deine Wanderung auf dem Brexbachschluchtweg starten. Der recht anspruchsvolle Premiumwanderweg führt dich auf rund 16 Kilometern durch unberührte Wälder, tiefe Schluchten und über schroffe Felsen. Fast 300 Höhenmeter musst du überwinden, die Ausblicke auf das Rheintal und über den Westerwald entschädigen dich aber für alle Mühe.

Zwei Radfahrer bei einer Pause auf dem Radrundweg, Westerwald

Natur genießen bei einer kurzen Rast auf dem Radrundweg, Westerwald

Blick von oben auf die Burgruine Grenzau, Westerwald

Historische Burgruine Grenzau bei Höhr-Grenzhausen, Westerwald

Gleich unterhalb der Ruine Grenzau führt auch die Kannenbäckerland-Route vorbei. Auf diesem durchaus anspruchsvollen Rundradweg erlebst du auf 48 Kilometern viele Highlights rund um Ton und Keramik und dazu die abwechslungsreiche Landschaft des Westerwaldes. Du solltest am besten einen ganzen Tag für die Tour einplanen, es gibt so viel zu erkunden. 

Am Anfang oder Ende deiner Radtour kannst du das Keramikmuseum in Höhr-Grenzhausen besuchen. Es ist das größte Keramikmuseum der Welt und präsentiert neben der klassischen, teils antiken Westerwälder Keramik zeitgenössische Kunst, Schmuck und andere Designobjekte aus Ton. Auf der Strecke gibt es außerdem einige hübsche Orte mit historischer Innenstadt zu sehen und zahlreiche Töpferwerkstätten liegen quasi am Wegesrand. Viele der Töpfer und Künstler lassen sich gerne über die Schulter schauen – schau doch mal vorbei und überzeuge dich selbst von ihrem Können!

Drei Keramikfiguren von Töpferin Susanne Boerner im Gras, Westerwald

Handgefertigte Keramikfiguren von Töpferin Susanne Boerner, Westerwald

Künstlerin Susanne Boerner beim Formen einer Keramikfigur in ihrem Atelier, Westerwald

Keramik-Desing von Künstlerin Susanne Boerner in ihrem Atelier, Westerwald

Westerwald: Ton – kreativ, individuell, schön


Zum Abschluss seiner ereignisreichen Reise durch Rheinland-Pfalz gelangt Martin Seidler in das raue Kannenbäckerland im schönen Westerwald. Der Ton bestimmt hier das Leben und Schaffen von fachkundigen Töpfern und kreativen Kunsthandwerkern seit über 7000 Jahren. Ein uraltes Gewerk, das auch heute noch meist in echter Handarbeit geschehen muss – mit Maschinen kommt man bei der filigranen Arbeit nicht weit. Wie die typisch blaue Färbung der Westerwälder Keramik entsteht, erfährst du im Video!

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